Photovoltaik Repowering bezeichnet die Modernisierung einer bestehenden PV-Anlage. Dabei können beispielsweise alte Solarmodule, Wechselrichter oder weitere Komponenten durch moderne Technik ersetzt werden.
Was bedeutet Photovoltaik Repowering?
Unter Photovoltaik Repowering versteht man die Modernisierung einer bestehenden Photovoltaikanlage. Dabei können beispielsweise ältere Solarmodule durch moderne, leistungsfähigere Module ersetzt oder Wechselrichter und weitere Komponenten erneuert werden.
Besonders interessant ist Repowering bei älteren Anlagen, deren Technik nicht mehr dem heutigen Stand entspricht. Moderne PV-Module erreichen höhere Leistungen auf derselben Dachfläche. Dadurch kann sich die installierte Leistung erhöhen, ohne dass mehr Dachfläche benötigt wird.
Auch der Wechselrichter spielt eine wichtige Rolle. Bei älteren Photovoltaikanlagen kann ein moderner Wechselrichter die Systemtechnik auf den aktuellen Stand bringen und beispielsweise die Einbindung eines Stromspeichers erleichtern.
Wichtig: Ein Wechselrichtertausch allein hat grundsätzlich keine Auswirkungen auf die bestehende Einspeisevergütung. Die Clearingstelle EEG|KWKG weist darauf hin, dass ein Wechselrichter nicht als Solaranlagenbestandteil im Sinne der entsprechenden Austauschregelungen gilt.
Warum kann sich das Repowering einer PV-Anlage lohnen?
Photovoltaik hat sich in den vergangenen Jahren technisch stark weiterentwickelt. Wer beispielsweise eine ältere Anlage mit vergleichsweise leistungsschwachen Modulen besitzt, hat heute unter Umständen die Möglichkeit, deutlich mehr Leistung auf derselben Fläche zu installieren.
Ein Photovoltaik Repowering kann insbesondere folgende Vorteile bieten:
Mehr PV-Leistung auf vorhandener Dachfläche
Höherer Stromertrag
Moderne und effizientere Solarmodule
Erneuerung älterer Wechselrichter
Bessere Voraussetzungen für einen Stromspeicher
Optimierung des Eigenverbrauchs
Mögliche Kombination mit Wallbox oder Wärmepumpe
Zukunftssicherere Anlagentechnik
Ob sich die Modernisierung tatsächlich rechnet, hängt allerdings immer von der bestehenden Anlage, ihrem Alter, der aktuellen Leistung, dem Zustand der Komponenten und dem individuellen Stromverbrauch ab.
Für wen ist Photovoltaik Repowering interessant?
Grundsätzlich kann sich eine Prüfung für alle Betreiber einer älteren PV-Anlage lohnen. Besonders interessant ist das Thema jedoch bei Anlagen, die bereits viele Jahre in Betrieb sind.
Typische Ausgangssituationen sind:
1. Die PV-Anlage ist technisch veraltet
Ältere Solarmodule liefern häufig deutlich weniger Leistung pro Quadratmeter als heutige Module. Wenn ausreichend Dachfläche vorhanden ist, kann eine Modernisierung die nutzbare Leistung erheblich erhöhen.
2. Der Wechselrichter ist am Ende seiner Lebensdauer
Der Wechselrichter gehört zu den zentralen Komponenten einer PV-Anlage. Muss er ohnehin ersetzt werden, kann dies ein guter Zeitpunkt sein, die gesamte Anlage technisch zu überprüfen und über ein Repowering nachzudenken.
3. Der Strombedarf ist gestiegen
Vielleicht hat sich der Energiebedarf des Haushalts seit der ursprünglichen Installation verändert. Eine Wärmepumpe, ein Elektroauto oder ein höherer Stromverbrauch können dazu führen, dass die vorhandene PV-Anlage nicht mehr optimal zum heutigen Bedarf passt.
4. Ein Stromspeicher soll nachgerüstet werden
Ein moderner Speicher kann überschüssigen Solarstrom für die Nutzung zu einem späteren Zeitpunkt verfügbar machen. Bei einer älteren PV-Anlage sollte geprüft werden, ob die bestehende Technik optimal mit einem neuen Speichersystem zusammenarbeitet.
5. Die vorhandene Dachfläche soll besser genutzt werden
Gerade bei älteren Anlagen kann moderne Modultechnik interessant sein. Wenn heute leistungsstärkere Module eingesetzt werden können, lässt sich die verfügbare Dachfläche unter Umständen deutlich effizienter nutzen.
Welche Komponenten können beim Repowering erneuert werden?
Photovoltaik Repowering muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die komplette Anlage ausgetauscht wird.
Je nach Ausgangssituation können unterschiedliche Komponenten betrachtet werden:
Solarmodule
Die Module stehen beim Repowering häufig im Mittelpunkt. Moderne Module können bei vergleichbarer Größe eine höhere Nennleistung erreichen als ältere Modelle.
Wechselrichter
Ein moderner Wechselrichter kann die technische Basis für eine zeitgemäße PV-Anlage schaffen. Je nach System lassen sich damit beispielsweise Speicher, Energiemanagement oder weitere Verbraucher integrieren.
Stromspeicher
Eine bestehende Photovoltaikanlage kann je nach technischer Auslegung um einen Batteriespeicher ergänzt werden. Dadurch kann mehr selbst erzeugter Solarstrom im eigenen Haushalt genutzt werden.
Energiemanagement
Ein modernes Energiemanagement kann verschiedene Verbraucher miteinander verbinden. Dazu können beispielsweise Photovoltaikanlage, Stromspeicher, Wallbox und Wärmepumpe gehören.
Verkabelung und Unterkonstruktion
Auch die übrige Anlagentechnik sollte bei einem Repowering geprüft werden. Dabei geht es unter anderem um den Zustand der Verkabelung, Anschlüsse und Unterkonstruktion.
Photovoltaik Repowering und Einspeisevergütung
Ein wichtiger Punkt bei der Modernisierung einer bestehenden PV-Anlage ist die bestehende EEG-Vergütung.
Hier sollte nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass ein Austausch der Module automatisch zum Verlust der bisherigen Vergütung führt. Seit den Änderungen im Rahmen des Solarpakets wurde die Möglichkeit erleichtert, bestehende Dachanlagen durch leistungsfähigere Module zu modernisieren.
Nach den Informationen des Bundeswirtschaftsministeriums kann bei einem solchen Repowering unter bestimmten Voraussetzungen der bestehende Vergütungsanspruch anteilig und für die verbleibende Förderdauer auf die neue Anlage übertragen werden. Für zusätzliche Leistung gilt grundsätzlich die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme geltende Vergütung.
Die konkrete Situation sollte deshalb vor dem Austausch der Module geprüft und mit dem zuständigen Netzbetreiber beziehungsweise einem Fachbetrieb abgestimmt werden.
Lohnt sich Photovoltaik Repowering finanziell?
Ob sich ein Repowering wirtschaftlich lohnt, lässt sich nicht anhand eines pauschalen Betrags beantworten.
Entscheidend sind unter anderem:
Alter und Zustand der bestehenden Anlage
bisherige installierte Leistung
aktuelle Stromproduktion
Größe und Ausrichtung der Dachfläche
mögliche neue Anlagenleistung
bestehende Einspeisevergütung
eigener Stromverbrauch
Strompreis
geplanter Stromspeicher
zukünftige Verbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto
Kosten für Demontage, neue Komponenten und Installation
Deshalb sollte vor einer Entscheidung zunächst eine individuelle Bestandsaufnahme erfolgen.
Eine einfache Beispielrechnung kann zeigen, warum das interessant sein kann:
Eine ältere Anlage produziert beispielsweise aufgrund ihrer geringeren Modulleistung deutlich weniger Strom, als es die vorhandene Dachfläche heute ermöglichen würde. Werden die alten Module durch moderne Module ersetzt, kann die verfügbare Dachfläche effizienter genutzt werden.
Entscheidend ist dabei nicht nur die höhere Anlagenleistung. Auch der zusätzliche Eigenverbrauch kann die Wirtschaftlichkeit verbessern, wenn beispielsweise ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe mit Solarstrom betrieben wird.
Photovoltaik Repowering oder neue PV-Anlage?
Diese Frage stellt sich vielen Anlagenbesitzern.
Ein Repowering kann sinnvoll sein, wenn die vorhandene Anlage beziehungsweise deren Standort, Verkabelung oder Infrastruktur weiterhin genutzt werden können. Gleichzeitig können moderne Module und Systemkomponenten die Leistungsfähigkeit deutlich verbessern.
In anderen Fällen kann ein vollständiger Austausch oder eine Erweiterung die bessere technische Lösung sein.
Deshalb sollte zunächst geprüft werden:
Was ist bereits vorhanden – und was lässt sich sinnvoll weiterverwenden?
Eine professionelle Planung berücksichtigt dabei nicht nur die Module, sondern die gesamte Anlage und den aktuellen sowie zukünftigen Energiebedarf.
Was kostet Photovoltaik Repowering?
Die Kosten für ein Repowering hängen stark vom Umfang der Modernisierung ab.
Ein reiner Wechselrichtertausch ist beispielsweise mit anderen Kosten verbunden als ein vollständiger Austausch der Module inklusive Demontage und Installation einer neuen Anlagentechnik.
Weitere Kostenfaktoren können sein:
neue Solarmodule
neuer Wechselrichter
Stromspeicher
Montage
Demontage und Entsorgung der alten Module
Anpassungen an Verkabelung und Unterkonstruktion
Gerüst
Elektroarbeiten
mögliche Anpassungen am Netzanschluss
Deshalb ist ein individuelles Angebot wesentlich aussagekräftiger als pauschale Quadratmeter- oder Kilowattpreise.
So läuft ein Photovoltaik Repowering ab
Ein professionelles Repowering sollte strukturiert geplant werden.
1. Bestandsaufnahme
Zunächst wird die bestehende PV-Anlage analysiert. Dabei werden unter anderem Module, Wechselrichter, Leistung, Alter und Zustand betrachtet.
2. Energiebedarf analysieren
Anschließend wird geprüft, wie viel Strom heute benötigt wird und welche Veränderungen in Zukunft zu erwarten sind.
Kommt beispielsweise eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto hinzu, sollte dies bereits in die Planung einfließen.
3. Technisches Konzept erstellen
Auf Grundlage der Bestandsaufnahme wird festgelegt, welche Komponenten weiter genutzt und welche ersetzt werden sollen.
4. Wirtschaftlichkeit prüfen
Die Investitionskosten werden dem erwarteten zusätzlichen Ertrag und Eigenverbrauch gegenübergestellt.
5. Umsetzung planen
Nach der Entscheidung werden Demontage, Installation, Elektroarbeiten und gegebenenfalls die Anmeldung beim Netzbetreiber koordiniert.
6. Neue Anlage in Betrieb nehmen
Nach Abschluss der Arbeiten wird die modernisierte Anlage in Betrieb genommen und das Energiesystem entsprechend eingerichtet.
Photovoltaik Repowering: Eine Chance für ältere PV-Anlagen
Eine ältere Photovoltaikanlage muss nicht automatisch komplett abgeschrieben werden. Gerade wenn die vorhandene Dachfläche weiterhin geeignet ist, kann ein Photovoltaik Repowering eine interessante Möglichkeit sein, die bestehende Anlage technisch zu modernisieren und ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen.
Ob sich der Austausch der Module, ein neuer Wechselrichter, ein Stromspeicher oder eine Kombination verschiedener Maßnahmen lohnt, hängt jedoch immer von der individuellen Ausgangssituation ab.
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Häufige Fragen zum Photovoltaik Repowering
Ein Repowering kann insbesondere bei älteren Anlagen interessant sein, wenn die vorhandenen Module eine vergleichsweise geringe Leistung haben, Komponenten erneuert werden müssen oder der Strombedarf des Haushalts gestiegen ist.
Ein Austausch ist grundsätzlich möglich, allerdings müssen die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geprüft werden. Besonders bei einer bestehenden EEG-Vergütung sollte vor der Umsetzung geklärt werden, wie sich der Austausch auf die Vergütung auswirkt.
Nicht zwangsläufig. Für Dachanlagen bestehen unter bestimmten Voraussetzungen Möglichkeiten, die bestehende Vergütung anteilig und für die verbleibende Förderdauer auf neue Module zu übertragen. Für zusätzliche Leistung können andere Vergütungssätze gelten. Die konkrete Situation sollte vor dem Umbau geprüft werden.
Ja. Je nach technischer Auslegung kann ein Stromspeicher in ein bestehendes oder modernisiertes PV-System integriert werden. Ob und wie dies sinnvoll ist, hängt von der vorhandenen Anlagentechnik und dem Stromverbrauch ab.
Das ist häufig möglich. Moderne PV-Module können eine höhere Leistung pro Modul beziehungsweise pro Quadratmeter erreichen. Wie viel zusätzliche Leistung tatsächlich installiert werden kann, hängt von Dachfläche, Verschattung, Ausrichtung, Statik und technischer Planung ab.
Die alten Module können nach dem Ausbau fachgerecht entsorgt beziehungsweise dem Recycling zugeführt werden. Bei einem professionellen Repowering sollte die Demontage und Entsorgung Bestandteil der Planung sein.
Die Dauer hängt vom Umfang des Projekts ab. Ein Wechselrichtertausch ist wesentlich weniger aufwendig als ein vollständiger Modulaustausch. Nach der technischen Prüfung kann der genaue Ablauf individuell geplant werden.
Das kann der Fall sein, muss aber individuell berechnet werden. Neben der bestehenden Vergütung spielen insbesondere der zusätzliche Solarertrag, der Eigenverbrauch, zukünftige Stromkosten und die Investitionskosten eine Rolle.
Ja. Gerade bei einer Modernisierung bietet es sich an, zukünftige Stromverbraucher direkt in die Planung einzubeziehen. So kann die PV-Anlage beispielsweise auf den zusätzlichen Bedarf einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos abgestimmt werden.